Was kostet es, ein Tattoo entfernen zu lassen?
Eine Tattoo-Entfernung aus eigenem Wunsch zahlen Sie selbst. Der Medizinische Dienst Bund nennt in seinem Portal IGeL-Monitor, das ärztliche Leistungen bewertet, die Sie selbst bezahlen, Kosten von 25 bis 3.500 Euro. Der Preis hängt von Größe und Sitzungszahl ab. Die Angabe stammt allerdings aus dem Jahr 2012.
Für Laserbehandlungen der Haut empfiehlt die Bundesärztekammer seit 2002, nach der behandelten Fläche abzurechnen. Nach dem Regelsatz kostet eine Sitzung bis 7 Quadratzentimeter 107,25 Euro, über 7 bis 21 Quadratzentimeter 148,81 Euro und über 21 Quadratzentimeter 371,35 Euro, jeweils ohne Mehrwertsteuer. Für Laser gibt es keine eigene Nummer im Gebührenverzeichnis, deshalb steht auf der Rechnung die Nummer einer ähnlichen Leistung.
| Behandelte Fläche | Nummer auf der Rechnung | Preis je Sitzung |
|---|---|---|
| bis 7 Quadratzentimeter | 2440 | 107,25 Euro |
| über 7 bis 21 Quadratzentimeter | 2885 | 148,81 Euro |
| über 21 Quadratzentimeter | 2886 | 371,35 Euro |
Diese Beträge sind ein Maßstab, keine Preisliste, denn für Laserbehandlungen beim Hautarzt gibt es keinen amtlichen Preis. Die Empfehlung nennt die Berechnung bis zu dreimal im Behandlungsfall. Wie die Praxis weitere Sitzungen abrechnet, lassen Sie sich schriftlich nennen. Der Regelsatz liegt beim 2,3-fachen des Grundwerts, ein höherer Satz braucht eine verständliche Begründung auf der Rechnung.
Der Bundesgerichtshof entschied 2024: Die Gebührenordnung gilt für ambulante ärztliche Leistungen auch bei einem Vertrag mit einer Klinik. Er erklärte eine Pauschale von 10.633 Euro für eine ambulante Strahlenbehandlung für nichtig. Für ein Paket aus mehreren Sitzungen gilt das sinngemäß.
Dazu kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer. Die Entfernung eines gewünschten Tattoos behandelt keine Krankheit und ist deshalb nicht steuerfrei, so hat es das Bundesfinanzministerium im Mai 2026 festgehalten.
Zahlt die Krankenkasse eine Tattoo-Entfernung?
Aus eigenem Wunsch zahlt die Kasse eine Tattoo-Entfernung nicht. Sie kommt nur bei einem medizinischen Grund ins Spiel, zum Beispiel bei einer allergischen Reaktion auf die Farbe. Dann muss die Kasse Sie in angemessener Höhe an den Kosten beteiligen und das Krankengeld für die Dauer der Behandlung ganz oder teilweise versagen oder zurückfordern.
Klären Sie die Kostenübernahme vor der Behandlung schriftlich mit Ihrer Kasse. Sie muss innerhalb von drei Wochen entscheiden, mit Gutachten des Medizinischen Dienstes innerhalb von fünf Wochen. Lehnt die Kasse ab, lassen Sie sich beraten. Vor jeder Behandlung, die Sie selbst bezahlen, muss die Praxis Ihnen außerdem die voraussichtlichen Kosten schriftlich nennen.
Wollen Sie das Motiv aus eigenem Wunsch loswerden, ohne dass die Haut Beschwerden macht?
Nein, die Kasse zahlt nicht. Sie bekommen die Kosten schriftlich genannt und rechnen mit mehreren Sitzungen und 19 Prozent Mehrwertsteuer.
Hat eine Ärztin oder ein Arzt festgestellt, dass die Behandlung medizinisch nötig ist, etwa wegen einer anhaltenden Reaktion der Haut?
Dann klären Sie die Kostenübernahme vor der Behandlung schriftlich mit Ihrer Kasse. Sie beteiligt Sie an den Kosten.
Dann steht zuerst die Untersuchung an, nicht der Laser. Lassen Sie die Hautveränderung in einer Hautarztpraxis beurteilen und fragen Sie die Praxis, ob die Kasse die Behandlung zahlt.
Wer darf ein Tattoo per Laser entfernen?
Für die Tattoo-Entfernung per Laser schreibt die Verordnung Ärztinnen und Ärzte mit passender Weiter- oder Fortbildung vor. Das gilt seit dem 31. Dezember 2020, auch für Permanent-Make-up. Ärztinnen und Ärzten vorbehalten sind außerdem die Behandlung von Äderchen und Pigmentflecken sowie Laser, die Haut abtragen. Nach dem Bundesumweltministerium bleibt das ärztliche Delegationsrecht bestehen: Die Ärztin oder der Arzt trägt die Verantwortung, überwacht die Behandlung und muss zeitnah erreichbar sein, in der Regel in räumlicher Nähe. Ein Kosmetikstudio ohne Arzt darf Tattoos nicht entfernen. Fragen Sie, wer den Laser führt.
Der Grund betrifft Ihre Haut. Das Bundesamt für Strahlenschutz schreibt, dass ein Laser Muttermale und Leberflecken nicht verändern oder abtragen darf. In dunklen Tattoos sind solche Flecken schwer zu erkennen, und ein gefährlicher Hautkrebs könnte nicht oder zu spät auffallen. Eine Untersuchung bei einer Hautärztin oder einem Hautarzt vor der Behandlung empfiehlt das Amt dringend.
Wer ohne Berechtigung Tattoos lasert, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die bis zu 50.000 Euro Bußgeld kosten kann. Außerdem muss jeder, der lasert, Sie vorher über Wirkung, Risiken und Alternativen beraten und darauf hinweisen, wenn eine Untersuchung beim Facharzt nötig sein könnte. Über das Gespräch führt die Praxis ein Protokoll, das sie zehn Jahre aufbewahrt.
Wie viele Sitzungen braucht eine Tattoo-Entfernung?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Das Bundesamt hält 5 bis 10 Sitzungen für nicht selten und nennt manchmal mehr als 20. Manche Tattoos lassen sich überhaupt nicht vollständig entfernen. Der Medizinische Dienst Bund spricht von bis zu 20 Sitzungen im Abstand von mehreren Wochen. Die Empfehlung der Fachärzte für Laserbehandlungen der Haut, auf die sich die Hautärzte in Deutschland geeinigt haben, nennt ebenfalls viele Sitzungen, auch über 10 bis 15.
Die Praxis arbeitet mit Lasern, die Licht in extrem kurzen Blitzen abgeben. Diese Blitze zersprengen die Farbteilchen, und der Körper transportiert die Bruchstücke danach ab. Deshalb liegen zwischen den Terminen mehrere Wochen. Nach der Empfehlung der Fachärzte sind solche Laser die erste Wahl, am besten mit noch kürzeren Blitzen (Pikosekundenlaser), weil das weniger schmerzt und weniger Zeit kostet. Blitzlampen (IPL) empfiehlt sie für Tattoos nicht.
Wie viele Termine am Ende zusammenkommen, hängt an mehreren Dingen.
- Schwarz spricht auf mehrere Lasertypen sehr gut an, hautfarbene und weiße Töne auf keinen.
- Tattoos mit organischen Farbstoffen lassen sich häufig nicht vollständig entfernen.
- Großflächige Tattoos rund um Unterschenkel oder Unterarm behandelt die Praxis nicht in einer Sitzung, weil die Schwellung sonst gefährlichen Druck im Gewebe erzeugen kann.
Welche Tattoo-Farben lassen sich schlecht entfernen?
Am schlechtesten lassen sich hautfarbene und weiße Töne entfernen, am besten Schwarz. Der Grund ist Physik: Jede Farbe nimmt Licht einer bestimmten Wellenlänge auf, und nur aufgenommenes Licht zersprengt sie. Ein Gerät mit nur einer Wellenlänge kann deshalb nicht jedes Motiv gleich gut behandeln. Fragen Sie die Praxis, welche Geräte sie hat.
| Farbe | Wie gut spricht sie an? | Was Sie wissen sollten |
|---|---|---|
| Schwarz | Sehr gut, auf mehrere Lasertypen | Ein Laser mit grünem Licht wirkt bei Schwarz nur gering. |
| Blau und Violett | Gut, Violett sehr gut mit dem Rubinlaser | Mehrere Lasertypen kommen infrage. |
| Grün | Gut, sehr gut mit dem Farbstofflaser | Laser mit grünem Licht wirken nur gering. |
| Rot | Sehr gut mit grünem Licht oder dem Farbstofflaser | Der Farbton kann wechseln. Eine Probebehandlung an einer kleinen Stelle ist empfohlen. |
| Orange | Gut, aber nur mit grünem Licht | Der Farbton kann wechseln. Eine Probebehandlung an einer kleinen Stelle ist empfohlen. |
| Gelb | Gut bis sehr gut mit Farbstofflaser oder grünem Licht | Die übrigen Laser wirken kaum. |
| Braun | Gut mit Rubinlaser und Nd:YAG-Laser | Andere Laser wirken nur gering. |
| Hautfarben und Weiß | Kein Laser wirkt sehr gut | Wird das Licht schlecht aufgenommen, entsteht Wärme statt Zersprengen, dann drohen Pigmentstörungen und Narben. |
Farbumschlag heißt: Der Farbstoff ändert unter dem Laser seine Farbe, statt zu verschwinden. Die Fachärzte nennen das besonders für Orange und Rot und empfehlen deshalb eine Probebehandlung an einer kleinen Stelle. Ein zweites Risiko ist das Negativtattoo. Dabei bleibt nach der Behandlung eine helle Fläche in Form des Motivs zurück, weil mit dem Farbstoff auch der eigene Hautfarbstoff verschwunden ist.
Welche Risiken hat das Lasern?
Das Bundesamt nennt Verbrennungen, vorübergehende oder bleibende Veränderungen der Hautfarbe, Entzündungen und Narben, wenn die Behandlung nicht sachgerecht erfolgt. Die Fachärzte ergänzen, dass Blasen häufig auftreten, ohne dass später eine Narbe bleibt. Kein Anbieter darf werben, der Erfolg sei sicher oder es gebe keine Nebenwirkungen. Wer Ihnen eine vollständige Entfernung garantiert, sagt etwas, das er nicht sagen darf.
Ein zweites Risiko steckt im Farbstoff selbst. Beim Zerstören mancher Farbstoffe können nach Angaben des Bundesamts giftige und krebserregende Stoffe wie Blausäure oder Benzol entstehen. Was danach im Körper geschieht, ist weitgehend unbekannt. Ein Laborversuch des Bundesinstituts für Risikobewertung von 2015 fand bei einem blauen Farbstoff Blausäure in Mengen, die Hautzellen schädigen könnten. An behandelten Menschen wurde das nicht untersucht.
Am Ende kann ein Rest bleiben. Die Fachärzte nennen organische Farbstoffe als häufigen Grund. Deshalb steht am Anfang die Frage, ob Sie das Motiv ganz loswerden oder nur aufhellen wollen.
Wie läuft die Tattoo-Entfernung ab?
Zwischen dem ersten Gespräch und der letzten Sitzung liegen Monate.
Untersuchung der Haut
Die Ärztin sieht sich Motiv, Farben und die umgebende Haut an und beurteilt Flecken im Tattoo mit einer beleuchteten Lupe.
Schriftliche Kosteninformation
Vor Beginn erhalten Sie Preis je Sitzung, geschätzte Sitzungszahl und Mehrwertsteuer schriftlich, keinen Paketpreis.
Aufklärung und Probebehandlung
Die Ärztin erklärt Risiken, Alternativen und Erfolgsaussichten. Bei roten und orangen Tönen empfehlen die Fachärzte, zuerst eine kleine Stelle zu behandeln.
Sitzungen im Abstand von Wochen
Zwischen den Terminen liegen mehrere Wochen, weil der Körper Farbreste abtransportiert. Geräteeinstellungen, Hautreaktion und Fotos gehören in die Behandlungsakte.
Nach der Behandlung und Zwischenbilanz
Die Praxis rät zu Kühlung, Wundpflege und konsequentem Sonnenschutz. Nach einigen Sitzungen ziehen Sie Bilanz: Spricht die Farbe an, oder ist ein anderer Weg sinnvoll?
Häufige Fragen
Wie viele Sitzungen braucht eine Tattoo-Entfernung per Laser?
Eine Tattoo-Entfernung braucht nicht selten 5 bis 10 Sitzungen, manchmal mehr als 20. Diese Zahlen nennt das Bundesamt für Strahlenschutz, der Medizinische Dienst Bund spricht von bis zu 20 Sitzungen im Abstand von mehreren Wochen. Manche Tattoos lassen sich nicht vollständig entfernen, vor allem solche mit organischen Farbstoffen.
Was kostet es, ein Tattoo entfernen zu lassen?
Eine Tattoo-Entfernung kostet laut IGeL-Monitor (Stand 2012) 25 bis 3.500 Euro, je nach Größe und Zahl der Sitzungen. Diese Angabe stammt vom Medizinischen Dienst Bund. Pro Sitzung empfiehlt die Bundesärztekammer nach Fläche 107,25 Euro bis 7 Quadratzentimeter und 371,35 Euro über 21 Quadratzentimeter, jeweils ohne Mehrwertsteuer.
Welche Tattoo-Farben lassen sich schwer entfernen?
Am schwersten zu entfernen sind hautfarbene und weiße Tattoo-Farben, weil kein Laser sie gut aufnimmt. Gelb und Orange sprechen nur auf bestimmte Laser an, Schwarz dagegen auf mehrere Lasertypen sehr gut. Bei Rot und Orange kann die Farbe ihren Ton wechseln, deshalb empfehlen die Fachärzte eine Probebehandlung an einer kleinen Stelle.
Wann zahlt die Krankenkasse eine Tattoo-Entfernung?
Die Krankenkasse zahlt eine Tattoo-Entfernung nur, wenn sie medizinisch nötig ist, zum Beispiel bei einer allergischen Reaktion auf die Farbe. Dann muss sie Sie in angemessener Höhe an den Kosten beteiligen und das Krankengeld für die Dauer der Behandlung ganz oder teilweise versagen oder zurückfordern. Wer ein Tattoo aus eigenem Wunsch entfernen lässt, zahlt alles selbst.
Bleiben nach einer Tattoo-Entfernung Narben zurück?
Narben sind eine mögliche Folge, wenn die Laserbehandlung nicht sachgerecht erfolgt, sagt das Bundesamt für Strahlenschutz. Es nennt außerdem Verbrennungen, Entzündungen und bleibende Veränderungen der Hautfarbe. Blasen treten nach den Fachärzten häufig auf, ohne dass eine Narbe bleibt. Kein Anbieter darf eine Behandlung ohne Risiko zusagen.
Was passiert mit einem Muttermal im Tattoo?
Ein Muttermal im Tattoo darf der Laser nicht verändern oder abtragen. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt dringend, es vorher von einer Hautärztin oder einem Hautarzt beurteilen zu lassen, denn in dunklen Tattoos ist ein gefährlicher Hautkrebs schwer zu erkennen. Sagen Sie beim ersten Termin, wenn sich ein Fleck verändert hat.
