Welche Allergietests gibt es beim Hautarzt?
Der Hautarzt kennt drei Wege, eine Allergie nachzuweisen. Der Hauttest am Unterarm (Fachwort Prick-Test) und der Bluttest zeigen Allergien vom Soforttyp, zum Beispiel gegen Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Insektengift. Dabei hat Ihr Körper Antikörper gebildet, die schon Minuten nach dem Kontakt Beschwerden auslösen. Der Pflastertest (Epikutantest) zeigt dagegen Kontaktallergien, etwa gegen Nickel, Duftstoffe oder Gummi. Sie reagieren erst nach Stunden bis Tagen.
Bei einem Verdacht zahlt die Kasse alle drei Tests. Ein Verdacht besteht zum Beispiel bei Heuschnupfen, Nesselsucht, einem Ekzem an einer verdächtigen Stelle oder einer Reaktion nach einem Insektenstich. Einen Test ohne Beschwerden, nur zur Vorsicht, bezahlen Sie selbst. Er ist auch medizinisch nicht sinnvoll, weil Antikörper ohne Beschwerden keine Behandlung brauchen.
Der Hauttest wird nach 15 bis 20 Minuten abgelesen, das Pflaster des Pflastertests nach 48 und nach 72 Stunden. Das Ergebnis des Bluttests kommt nach einigen Tagen aus dem Labor. Vor dem Hauttest müssen Sie Allergietabletten (Antihistaminika) mehr als 3 Tage weglassen.
| Test | Was er zeigt | So läuft er ab | Zahlt die Kasse? | Was den Test stört |
|---|---|---|---|---|
| Hauttest (Prick-Test) | Allergie gegen Pollen, Milben, Tierhaare, Schimmelpilze, Nahrungsmittel oder Insektengift | Tropfen auf den Unterarm, Einstich mit einer Lanzette, Ablesen nach 15 bis 20 Minuten | Ja, bei Verdacht | Allergietabletten in den letzten 3 Tagen, Ekzem am Unterarm |
| Bluttest auf Allergie-Antikörper (IgE) | Antikörper gegen einzelne Allergene | Blutabnahme, Ergebnis nach einigen Tagen | Ja, bei Verdacht | Zeigt Antikörper, nicht Beschwerden. Das Ergebnis steht in Klassen von 0 bis 6 |
| Pflastertest (Epikutantest) | Kontaktallergie gegen Nickel, Duftstoffe, Konservierungsstoffe oder Gummi | Pflaster auf dem Rücken, Ablesen nach 48 und 72 Stunden, oft drei Termine | Ja, bei Ekzem mit Verdacht auf Kontaktallergie | Der Rücken darf 2 Tage nicht nass werden, kein Sport |
| Bluttest auf Nahrungsmittel-Antikörper (IgG) | Nach Bewertung von Fachleuten nichts Verwertbares | Blutabnahme | Nein, Sie zahlen selbst | Der Test ist als ungeeignet bewertet |
Wie bereiten Sie sich auf den Hauttest vor?
Der Hauttest ist der Standardtest bei Allergien vom Soforttyp, weil er schnell, günstig und gut untersucht ist. Mit Gespräch, Auftragen und Wartezeit dauert er etwa 45 Minuten.
Gespräch
Die Ärztin fragt, wann und wo Ihre Beschwerden auftreten und welche Medikamente Sie nehmen. Daraus wählt sie die Allergene für den Test aus.
Auftragen und Einritzen
Auf die markierte Stelle am Unterarm kommt je ein Tropfen Testlösung. Eine kleine Lanzette ritzt die Haut minimal an, Blut fließt dabei nicht. Zwei Vergleichstropfen gehören dazu: Histamin muss eine Quaddel auslösen, Kochsalzlösung darf keine auslösen.
Warten in der Praxis
Sie bleiben 15 bis 20 Minuten in der Praxis. Ärztin und Team sind für den seltenen Fall einer Reaktion im ganzen Körper ausgerüstet.
Ablesen
Die Ärztin misst Quaddel und Rötung an jeder Stelle und vergleicht mit den Vergleichstropfen. Ab 3 Millimetern Quaddel gilt der Test als positiv.
Einordnen
Ein positiver Test zeigt nur, dass Ihr Körper Antikörper gebildet hat. Ob das Ihre Beschwerden erklärt, klärt die Ärztin mit Ihnen. Bleibt es unklar, bekommen Sie das Allergen unter ärztlicher Aufsicht in kleiner Menge (Provokationstest).
Auf die Vorbereitung kommt es an, denn sie entscheidet, ob der Test etwas aussagt. Allergietabletten unterdrücken die Hautreaktion. Wer sie wegen starker Beschwerden nicht weglassen kann, bekommt stattdessen den Bluttest. Auch Cremes mit Kortison am Unterarm schwächen die Reaktion, wenn Sie sie dort länger als 4 Wochen benutzt haben.
- Sagen Sie der Praxis bei der Terminvergabe, welche Medikamente Sie nehmen, damit der Termin nicht ausfällt. Nasensprays und Augentropfen betreffen die Haut nicht.
- Kommen Sie nicht mit akutem Asthma oder wenn Sie sich deutlich krank fühlen. Die Ärztin verschiebt den Test dann.
- Bringen Sie eine Liste Ihrer Beschwerden mit Datum, Jahreszeit und Ort mit. Bei Nahrungsmitteln notieren Sie, was Sie gegessen haben und wann die Reaktion kam.
Wann ist der Bluttest die bessere Wahl?
Der Bluttest zeigt dieselben Antikörper wie der Hauttest, nur im Blut. Das Labor gibt das Ergebnis in Klassen von 0 bis 6 an. Eine hohe Klasse bedeutet viele Antikörper, aber nicht automatisch starke Beschwerden. Er ist die erste Wahl, wenn Sie Allergietabletten nicht weglassen können, wenn ein Ekzem die Unterarme bedeckt oder wenn kleine Kinder den Hauttest nicht mitmachen. Nach einer schweren Stichreaktion beginnt die Ärztin meist mit dem Bluttest. Ein Hauttest folgt bei unklarem Ergebnis, mit steigender Giftmenge. Wie es danach weitergeht, erklärt der Ratgeber zur Allergie gegen Bienen- und Wespenstiche.
Kontaktallergien erkennt der Bluttest nicht. Dafür braucht es den Pflastertest.
Vom Bluttest auf IgG-Antikörper gegen Nahrungsmittel rät der IGeL-Monitor ab. Das ist ein Angebot des Medizinischen Dienstes Bund, das Leistungen bewertet, die Sie selbst bezahlen (IGeL). Jeder Mensch bildet IgG-Antikörper gegen Lebensmittel, die er isst, und sie zeigen keine Unverträglichkeit. Wer deshalb Lebensmittel weglässt, riskiert eine Mangelernährung ohne Nutzen.
Was ist beim Pflastertest anders?
Bei Verdacht auf eine Kontaktallergie klebt die Ärztin Pflaster mit den Testsubstanzen auf den Rücken. Sie liest nach 48 Stunden ab, nach 72 Stunden noch einmal, manchmal ein drittes Mal nach einer Woche. Der Rücken darf in dieser Zeit nicht nass werden, und Sie sollten nicht schwitzen. Planen Sie den Test deshalb nicht in eine Woche mit Sport, Sauna oder Reise. Was nach einem positiven Ergebnis im Alltag hilft, steht im Ratgeber zur Kontaktallergie gegen Nickel, Duftstoffe und Haarfärbemittel.
Wie lange dauert eine Immuntherapie gegen Allergien?
Bei der Immuntherapie gegen die Allergie (früher Hyposensibilisierung) bekommen Sie das Allergen in langsam steigender Dosis. Ihr Immunsystem soll so lernen, es zu tolerieren. Die Behandlung setzt an der Ursache an und nicht nur an den Beschwerden. Es gibt zwei Wege: Spritzen in den Oberarm oder Tropfen und Tabletten unter der Zunge. Nach der Empfehlung, auf die sich die Fachärzte für diese Behandlung geeinigt haben, sind zu Beginn mindestens 3 Jahre das Ziel.
Behandeln sollen nur Ärzte mit dem Titelzusatz Allergologie oder mit ausreichender Erfahrung und Notfallausrüstung. Nach jeder Spritze bleiben Sie mindestens 30 Minuten in der Praxis, weil schwere Reaktionen meist in dieser Zeit auftreten. Zeigt die Behandlung nach einem, spätestens nach zwei Jahren keinen erkennbaren Erfolg, soll ein erfahrener Arzt sie kritisch prüfen.
- Diagnose sichern: Hauttest oder Bluttest müssen zu Ihren Beschwerden passen. Ohne belegten Zusammenhang zwischen Allergen und Beschwerden beginnt die Behandlung nicht. Für Gräser, Birke, Erle, Hasel, Hausstaubmilben sowie Bienen- und Wespengift muss das Mittel außerdem wie jedes Arzneimittel zugelassen sein.
- Aufklärung und Dosis: Die Ärztin erklärt Nutzen, Nebenwirkungen, Dauer und Alternativen. Bei Spritzen kommen Sie zuerst jede Woche, danach in längeren Abständen. Tabletten oder Tropfen nehmen Sie ab der ersten Dosis in der Praxis täglich zu Hause.
- Durchhalten: In einer Auswertung führten nur 38,6 Prozent der Patienten eine Spritzenbehandlung gegen Hausstaubmilben drei Jahre lang fort. Wer früher aufhört, verliert, was sich bis dahin aufgebaut hat.
- Kontrolle: Nach 1 bis 2 Jahren prüft die Ärztin, ob Ihre Beschwerden und der Bedarf an Medikamenten gesunken sind. Ohne Erfolg wechselt sie Mittel oder Weg oder beendet die Behandlung.
Die Krankenkasse übernimmt die Kosten, denn diese Mittel sind verschreibungspflichtige Arzneimittel. Ab 18 Jahren zahlen Sie die gesetzliche Zuzahlung: 10 Prozent des Preises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro je Packung. Ab dem 1. Januar 2027 sind es weiterhin 10 Prozent, aber mindestens 7,50 und höchstens 15 Euro, so steht es in einem Gesetz vom 24. Juli 2026. Erreichen Ihre Zuzahlungen im Jahr 2 Prozent Ihrer Bruttoeinnahmen, bei chronisch Kranken in Dauerbehandlung 1 Prozent, zahlen Sie für den Rest des Jahres nichts mehr dazu.
Muss mein Hautarzt Allergologe sein?
Nein. Ein Hautarzt darf Allergietests und die Immuntherapie gegen die Allergie auch ohne die Zusatzbezeichnung Allergologie durchführen, den Titelzusatz auf dem Praxisschild. Allergien der Haut gehören zu seinem Fachgebiet. Der Zusatz zeigt eine vertiefte Ausbildung, etwa für Insektengiftallergien oder Arzneimittelreaktionen. Fachärzte aus sechs Gebieten können ihn erwerben: Haut, Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Hals-Nasen-Ohren, Kinder und Arbeitsmedizin.
Ob ein Arzt den Zusatz führt, sehen Sie in der Arztsuche unter arztsuche.116117.de und bei der Ärztekammer Ihres Bundeslandes. Ein Praxisname mit dem Wort Allergie belegt ihn nicht.
Häufige Fragen
Zahlt die Krankenkasse einen Allergietest beim Hautarzt?
Ja, die Krankenkasse zahlt den Allergietest beim Hautarzt, wenn ein Verdacht auf eine Allergie besteht, etwa bei Heuschnupfen, Nesselsucht, einem Ekzem oder einer Reaktion nach einem Insektenstich. Hauttest, Bluttest und Pflastertest sind dann Kassenleistungen. Einen Test ohne Beschwerden und den IgG-Bluttest auf Nahrungsmittel zahlen Sie selbst.
Wie lange dauert ein Hauttest beim Hautarzt?
Ein Hauttest beim Hautarzt dauert mit Gespräch, Auftragen und Wartezeit etwa 45 Minuten. Die Ärztin liest das Ergebnis nach 15 bis 20 Minuten direkt ab. Ein Bluttest liefert das Ergebnis erst nach einigen Tagen.
Welche Medikamente muss ich vor einem Allergietest absetzen?
Vor einem Hauttest müssen Allergietabletten mehr als 3 Tage abgesetzt sein, weil sie die Hautreaktion unterdrücken. Cremes mit Kortison am Unterarm schwächen die Reaktion ebenfalls, wenn Sie sie dort länger als 4 Wochen benutzt haben. Setzen Sie Medikamente nur nach Rücksprache mit der Ärztin ab. Wer die Tabletten braucht, bekommt stattdessen den Bluttest.
Wie lange dauert eine Hyposensibilisierung und was kostet sie?
Eine Hyposensibilisierung, heute Immuntherapie gegen die Allergie genannt, dauert nach der Empfehlung der Fachärzte mindestens 3 Jahre. Sie bekommen Spritzen alle vier bis acht Wochen oder täglich Tropfen oder Tabletten unter der Zunge. Die Kasse übernimmt das Mittel, ab 18 Jahren zahlen Sie 10 Prozent des Preises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro je Packung, ab 2027 mindestens 7,50 und höchstens 15 Euro.
Ist ein positiver Allergietest immer eine Allergie?
Nein, ein positiver Allergietest zeigt zunächst nur, dass Ihr Körper Antikörper gegen ein Allergen gebildet hat. Von einer Allergie spricht die Ärztin erst, wenn das Ergebnis zu Ihren Beschwerden passt. Viele Menschen haben Antikörper gegen Pollen oder Nahrungsmittel und nie Beschwerden.
Braucht ein Hautarzt die Zusatzbezeichnung Allergologie für Allergietests?
Nein, ein Hautarzt darf Allergietests und die Immuntherapie gegen die Allergie auch ohne diesen Titelzusatz durchführen, weil Allergien der Haut zu seinem Fachgebiet gehören. Ob ein Arzt ihn führt, sehen Sie in der Arztsuche unter arztsuche.116117.de.
