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Chemisches Peeling beim Hautarzt, Ausfallzeit und Kosten

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Nach einem oberflächlichen chemischen Peeling beim Hautarzt ist die Haut nach 7 bis 10 Tagen abgeheilt, nach einem mitteltiefen ist die Schälung nach 10 bis 14 Tagen abgeschlossen. Ein tiefes Peeling belastet zusätzlich das Herz. Einen amtlichen Preis gibt es nicht: Die Praxis berechnet ein kosmetisches Peeling wie eine gleichwertige Leistung, dazu kommen 19 Prozent Umsatzsteuer.

Heilung nach oberflächlichem Peeling
7 bis 10 Tage
Soleymani und andere, A Practical Approach to Chemical Peels, J Clin Aesthet Dermatol 2018, Stand 1. August 2018
Schälung nach mitteltiefem Peeling
10 bis 14 Tage
Soleymani und andere, A Practical Approach to Chemical Peels, J Clin Aesthet Dermatol 2018, Stand 1. August 2018
Herzrhythmusstörungen beim tiefen Phenol-Peeling
34 bis 50 Prozent
Soleymani und andere, A Practical Approach to Chemical Peels, J Clin Aesthet Dermatol 2018, Stand 1. August 2018
Kleine weiße Schalen, Wattepads und ein weicher Pinsel auf einem weißen Tablett
Schalen, Wattepads und ein Pinsel, wie sie bei einem Peeling bereitliegen. Bild: KI generiert.

Wie tief wirkt ein chemisches Peeling?

Ein chemisches Peeling trägt mit einer Säure gezielt Hautschichten ab. Seine Tiefe bestimmt, wie stark es wirkt, wie lange die Haut heilt und welche Risiken bestehen. Die Haut besteht aus der dünnen Oberhaut und darunter der dickeren Lederhaut. Eine Übersichtsarbeit der Stanford University teilt Peelings danach in drei Tiefen ein: oberflächlich, mitteltief und tief.

Nach einem oberflächlichen Peeling ist die neue Oberhaut in 7 bis 10 Tagen geschlossen, nach einem mitteltiefen ist die Schälung in 10 bis 14 Tagen abgeschlossen. Bei einem tiefen Peeling bilden sich in den ersten 24 bis 48 Stunden Krusten, und die Haut baut bis zu etwa sechs Monate lang neues Stützeiweiß auf.

Chemische Peelings nach Tiefe, mit Heilungszeit und typischen Risiken (Übersichtsarbeit von 2018).
TiefeWie tief die Säure reichtWie lange die Heilung dauertTypische Risiken
OberflächlichNur die OberhautSchälung über einige Tage, neue Oberhaut nach 7 bis 10 TagenFarbveränderungen nach einer Entzündung, Rötung, Juckreiz, Brennen
MitteltiefGanze Oberhaut und obere LederhautRötung am stärksten nach 4 bis 5 Tagen, Schälung abgeschlossen nach 10 bis 14 TagenZusätzlich Infektionen, Lippenherpes, Narben, Hautgrieß, pickelähnlicher Ausschlag
TiefBis in die mittlere LederhautKrusten in den ersten 24 bis 48 Stunden, neues Stützeiweiß bis etwa sechs MonateZusätzlich Herzrhythmusstörungen bei 34 bis 50 Prozent, Belastung von Leber und Nieren

Die Tiefe hängt nicht nur von der Säure ab. Konzentration, Zahl der Aufträge, Hauttyp und die behandelte Erkrankung bestimmen mit, und mehrere Schichten derselben Säure reichen tiefer als eine. Manche Säuren wirken weiter, solange sie auf der Haut bleiben, deshalb muss die Ärztin sie rechtzeitig neutralisieren. Tiefe Peelings hat der Laser in den letzten Jahren weitgehend abgelöst.

Welches Peeling gehört in ärztliche Hand?

Mitteltiefe und tiefe Peelings gehören in ärztliche Hand, und für zwei Wirkstoffe folgt das schon aus dem EU-Recht. Trichloressigsäure, kurz TCA, und Phenol stehen auf der EU-Liste der Stoffe, die in Kosmetika verboten sind. Ein Peeling mit diesen Säuren kann deshalb kein Kosmetikum sein.

Für Salicylsäure gilt in kosmetischen Peelings eine Obergrenze von 2 Prozent. Für Fruchtsäuren wie Glykolsäure und Milchsäure gibt es keine feste EU-Grenze. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe nennt die Bewertung eines US-Expertengremiums. Danach gelten für Verbraucher Konzentrationen unter 10 Prozent bei einem pH-Wert über 3,5 als unbedenklich. Für die professionelle Anwendung liegt die Grenze bei unter 30 Prozent und einem pH-Wert über 3,0. Der pH-Wert misst, wie sauer eine Lösung ist, und je niedriger er liegt, desto stärker wirkt die Säure.

Wie nötig diese Grenzen sind, zeigt eine Marktkontrolle: Das Amt untersuchte 2021 insgesamt 34 Peelingmittel und stufte 6 von 8 Fruchtsäurepeelings als nicht sicher ein. Bei den Produkten aus dem Internethandel waren es 4 von 5. Einzelne enthielten bis zu 80 Prozent Säure, oft fehlten Warn- und Anwendungshinweise. Ein Gesetz, das jedes Peeling ausdrücklich Ärzten vorbehält, fand sich in den geprüften Quellen nicht.

Gehört Ihr Peeling ins Kosmetikstudio oder in die Hautarztpraxis?

Enthält das Peeling Trichloressigsäure oder Phenol?

Ja

Diese Stoffe sind in Kosmetika verboten. Ein solches Peeling gehört in eine Arztpraxis, ein Phenol-Peeling nur mit Überwachung des Herzens.

Nein

Soll das Peeling eine Hauterkrankung behandeln, etwa Akne oder eine Vorstufe von hellem Hautkrebs?

Ja

Die Behandlung einer Krankheit ist ärztliche Aufgabe. Lassen Sie sie in der Hautarztpraxis durchführen, wo auch die Diagnose gestellt wird.

Nein

Enthält das Peeling 30 Prozent Fruchtsäure oder mehr, oder liegt der pH-Wert unter 3,0?

Ja

Das liegt außerhalb des Rahmens, den das Untersuchungsamt für die professionelle Anwendung als unbedenklich nennt. Lassen Sie ein solches Peeling ärztlich durchführen.

Nein

Ein oberflächliches kosmetisches Fruchtsäurepeeling ist auch im Kosmetikstudio möglich. Achten Sie auf Warn- und Anwendungshinweise und danach auf täglichen Sonnenschutz.

Wofür setzen Hautärzte chemische Peelings ein?

Hautärzte setzen chemische Peelings bei vier Gruppen von Hautveränderungen ein. Die Stanford-Übersicht nennt diese Anwendungsgebiete:

  • Alters- und Lichtschäden der Haut, von feinen Fältchen bis zu tiefen Furchen.
  • Akne und aknähnliche Hauterkrankungen, vor allem mit Salicylsäure, die sich in Talg löst.
  • Pigmentstörungen, also ungleichmäßig verteilte Hautfarbe.
  • Vorstufen von hellem Hautkrebs in der Oberhaut, vor allem aktinische Keratosen.

Bei aktinischen Keratosen, also Vorstufen von hellem Hautkrebs auf lichtgeschädigter Haut, sagt die Empfehlung der Fachärzte: Peelings können angeboten werden. Das ist eine offene Empfehlung, sie gibt dem Peeling keinen Vorrang vor anderen Verfahren.

Der Grund liegt in den Studien. In zwei Studien heilten die Stellen nach einem Peeling mit 35 Prozent Trichloressigsäure seltener vollständig ab als nach einer Creme mit dem Wirkstoff 5-Fluorouracil. Auch gegenüber einer Lichtbehandlung, bei der zuvor eine lichtempfindlich machende Creme aufgetragen wird, schnitt das Peeling schlechter ab, war aber weniger schmerzhaft. Ob ein Peeling für Ihre Stellen infrage kommt, klären Sie in der Hautarztpraxis, ebenso die Frage, ob die Kasse die Behandlung aktinischer Keratosen zahlt.

Gegen Pigmentflecken wie Altersflecken bieten manche Praxen Peelings an, doch die Ärztin prüft jeden Fleck vorher. Eine eigene Empfehlung für chemische Peelings gibt es in Deutschland noch nicht. Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft hat sie im Oktober 2025 angemeldet.

Nach einem mitteltiefen Peeling schält sich die Haut 10 bis 14 Tage

Nach einem mitteltiefen Peeling dauert es 10 bis 14 Tage, bis die Schälung abgeschlossen ist. In dieser Zeit ist sie gerötet, schält sich und ist empfindlich. Wer schon einmal Lippenherpes hatte, sagt das vorher, denn die Fachliteratur beschreibt eine vorbeugende Behandlung gegen Herpesviren ab ein bis zwei Tage vor dem Peeling bis zur Abheilung.

Die Heilung nach einem mitteltiefen Peeling in 4 Phasen
  1. Behandlungstag

    Die Ärztin trägt die Säure in Zonen auf, beobachtet die Reaktion der Haut und neutralisiert Säuren wie Glykolsäure rechtzeitig. Brennen während der Behandlung ist üblich.

  2. Tag 1 bis 5

    Die Rötung nimmt zu und erreicht nach 4 bis 5 Tagen ihren Höhepunkt. Danach beginnt die Haut sich zu schälen.

  3. Tag 5 bis 14

    Die Haut schält sich ab, darunter wächst neue Oberhaut. Nach 10 bis 14 Tagen ist die Schälung abgeschlossen.

  4. Die Wochen danach

    Die Praxis nennt Pflege und Sonnenschutz für die neue Haut und vereinbart eine Kontrolle.

Nach einem tiefen Peeling ist die Heilung deutlich belastender. In den ersten 24 bis 48 Stunden entstehen eine starke Entzündung mit dunkler Rötung, Schwellung und Krusten, und die Augen können zuschwellen.

Wer sollte vor einem Peeling warten oder verzichten?

Vor einem Peeling klärt die Ärztin Medikamente, Vorerkrankungen und frühere Hautreaktionen, weil einige davon das Risiko deutlich erhöhen. Diese Punkte nennen Fachinformation und Fachliteratur:

  • Isotretinoin ist ein Aknemittel in Tablettenform. Die deutsche Fachinformation, der Beipackzettel für Ärzte, verlangt, eine aggressive chemische Abtragung der Haut während der Therapie und mindestens 5 bis 6 Monate danach zu vermeiden. Sonst drohen wulstige Narben und Farbveränderungen.
  • Eine US-Expertengruppe sah 2017 dagegen keine ausreichenden Belege, oberflächliche Peelings wegen Isotretinoin zu verschieben. Maßgeblich bleiben die Fachinformation und die Einschätzung Ihrer Ärztin.
  • Lippenherpes in der Vorgeschichte: Ein Peeling kann Herpesviren wieder aktivieren.
  • Herzrhythmusstörungen oder Erkrankungen von Leber oder Nieren schließen ein Phenol-Peeling aus.

Das ersetzt kein Gespräch. Nennen Sie im Beratungstermin alle Medikamente, auch Cremes, und frühere Reaktionen auf Peelings, Laser oder Sonne. Die Ärztin muss Sie persönlich über Risiken, Alternativen und Ausfallzeit aufklären, so früh, dass Sie in Ruhe entscheiden können.

Was kostet ein chemisches Peeling beim Hautarzt?

Ein kosmetisches Peeling zahlen Sie selbst, und einen amtlichen Preis dafür gibt es nicht. Die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) kennt kein kosmetisches Peeling als eigene Leistung. Die Praxis berechnet es deshalb wie eine Leistung, die nach Art, Kosten und Zeitaufwand gleichwertig ist, und für die kosmetische Behandlung kommen 19 Prozent Umsatzsteuer hinzu.

Der einfache Satz ist der Grundbetrag der Preisliste. Bis zum 2,3-Fachen darf die Praxis ohne Begründung berechnen, bis zum 3,5-Fachen mit schriftlicher Begründung. Für die Behandlung einer Krebsvorstufe wie der aktinischen Keratose mit Chemikalien sieht die Gebührenordnung die Nummer 757 vor. Sie kostet 8,74 Euro zum einfachen, 20,11 Euro zum 2,3-fachen und 30,60 Euro zum 3,5-fachen Satz. Ob die Kasse ein Peeling bei aktinischen Keratosen trägt, regelt keine der geprüften Quellen. Fragen Sie deshalb vor der Behandlung, ob die Praxis es als Kassenleistung erbringt.

Vor dem Termin klären Sie Kosten und Ablauf so:

  1. Fragen Sie nach Wirkstoff, Konzentration und geplanter Tiefe des Peelings, nach der Zahl der Sitzungen und nach dem Abstand zwischen ihnen.
  2. Verlangen Sie das Preisangebot schriftlich, mit Nummern, Faktor, Material und Umsatzsteuer.
  3. Lassen Sie sich persönlich über Ausfallzeit, Farbveränderungen, Narben und Herpes aufklären.
  4. Nennen Sie alle Medikamente, besonders Isotretinoin, und frühere Episoden von Lippenherpes.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausfallzeit nach einem chemischen Peeling?

Die Ausfallzeit nach einem chemischen Peeling hängt von der Tiefe ab. Nach einem oberflächlichen Peeling ist die neue Oberhaut nach 7 bis 10 Tagen geschlossen, nach einem mitteltiefen ist die Schälung nach 10 bis 14 Tagen abgeschlossen. Nach einem tiefen Peeling dauert der Umbau der Haut bis etwa sechs Monate.

Was kostet ein chemisches Peeling beim Hautarzt?

Ein kosmetisches chemisches Peeling beim Hautarzt hat keinen amtlichen Preis. Die Praxis berechnet es wie eine gleichwertige Leistung, dazu kommen 19 Prozent Umsatzsteuer. Für die Behandlung einer Krebsvorstufe wie der aktinischen Keratose sieht die Gebührenordnung 20,11 Euro zum 2,3-fachen Satz vor.

Wird eine aktinische Keratose mit einem chemischen Peeling behandelt?

Ja, ein chemisches Peeling kann bei aktinischen Keratosen angeboten werden, sagt die Empfehlung der Fachärzte, allerdings ohne Vorrang vor anderen Verfahren. In Studien heilten die Stellen mit einer Creme mit 5-Fluorouracil und mit der Lichtbehandlung häufiger ab. Das Peeling war weniger schmerzhaft als die Lichtbehandlung.

Welche Risiken hat ein tiefes Phenol-Peeling?

Ein tiefes Phenol-Peeling verursacht nach einer Übersichtsarbeit bei 34 bis 50 Prozent der Behandelten Herzrhythmusstörungen, weil Phenol über die Haut in den Körper gelangt. Außerdem kann es Leber und Nieren belasten sowie Narben, Infektionen und Farbveränderungen verursachen.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel, konsolidierte Fassung vom 13. August 2019, Anhang II Nummer 10 Trichloressigsäure und Nummer 1175 Phenol, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, EUR-Lex,
  2. Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), §§ 5, 6 und Nummer 757, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  3. Umsatzsteuerbefreiung für ästhetische Operationen und ästhetische Behandlungen nach § 4 Nr. 14 UStG, BMF-Schreiben vom 21. Mai 2026, Bundesministerium der Finanzen,
  4. § 12 Umsatzsteuergesetz (UStG) Steuersätze, Absatz 1 Regelsteuersatz von 19 Prozent, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  5. § 630c BGB Informationspflichten, Absatz 3 wirtschaftliche Information, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  6. § 630e BGB Aufklärungspflichten, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  7. S3-Leitlinie Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut, AWMF-Registernummer 032-022OL, Version 2.0, Abschnitt 5.5.3 Chemoexfoliation, Leitlinienprogramm Onkologie bei der AWMF,
  8. S1-Leitlinie Chemical Peeling, AWMF-Registernummer 013-089, Anmeldung vom 10. Oktober 2025, AWMF-Leitlinienregister, Deutsche Dermatologische Gesellschaft,
  9. Fruchtsäurepeelings: Verätzung der Haut bei unsachgemäßer Verwendung, Archivbeitrag vom 14. Juni 2022, Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe,
  10. A Practical Approach to Chemical Peels: A Review of Fundamentals and Step-by-step Algorithmic Protocol for Treatment (J Clin Aesthet Dermatol 2018;11(8):21-28, PMID 30214663), Soleymani und andere, PubMed Central,
  11. Fachinformation Isotretinoin, Abschnitt 4.4 Warnhinweise zu Dermabrasion und Laserbehandlung, Stand Februar 2022, Basics GmbH, Fachinformation nach § 11a AMG,
  12. ASDS Guidelines Task Force: Consensus Recommendations Regarding the Safety of Lasers, Dermabrasion, Chemical Peels, Energy Devices, and Skin Surgery During and After Isotretinoin Use (Dermatol Surg 2017, doi:10.1097/DSS.0000000000001166), Waldman und andere, PubMed,
  13. OLG Karlsruhe, Urteil vom 17. Februar 2012, 4 U 197/11: Kosmetikerin darf Falten nicht mit Hyaluronsäure unterspritzen, Legal Tribune Online,

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Diese Angaben haben den Stand vom 27. September 2026.