Hautärzteverzeichnis

Ratgeber

Wie oft gehen Sie nach einem Melanom zur Nachsorge?

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Nach einem Melanom gehen Sie zehn Jahre lang zur Nachsorge, in den ersten 3 Jahren alle 3 bis 6 Monate. Bei einem dünnen (bis 1,0 mm) Melanom (Stadium IA) sind es 6 Monate, sonst 3 Monate. Ab Stadium IB kommen Ultraschall der Lymphknoten und ein Bluttest dazu, ab Stadium IIC zusätzlich halbjährlich CT oder MRT.

Zwei grüne Sessel und ein kleiner Tisch mit einer Pflanze in einem sonnigen Raum
Zwei Sessel für das Gespräch bei einem Nachsorgetermin. Bild: KI generiert.

Wie lange geht die Nachsorge nach einem Melanom?

Die Nachsorge nach einem Melanom dauert zehn Jahre, unabhängig vom Stadium. Nachsorge bedeutet regelmäßige Untersuchungen nach der Behandlung. Sie sollen einen Rückfall oder ein zweites Melanom früh erkennen. So steht es in der gemeinsamen Empfehlung der Fachärzte für diese Krankheit.

Die Dauer folgt dem Verlauf der Rückfälle. Rund 80 Prozent der Rückfälle treten in den ersten drei Jahren nach der Diagnose auf, deshalb sind die Termine dann am dichtesten. Nach acht bis zehn Jahren gleicht sich das Rückfallrisiko der Stadien an, und nur etwa 5 Prozent aller Rückfälle treten nach zehn Jahren auf. Das Risiko für ein zweites Melanom ist in den ersten zwei Jahren am höchsten und bleibt danach niedrig.

Nach den zehn Jahren bleiben eine regelmäßige Selbstuntersuchung und einmal im Jahr eine Untersuchung der ganzen Haut auf ein zweites Melanom. Die Nachsorge findet bei Ihrem Hautarzt oder in der Ambulanz der Klinik oder des Hautkrebszentrums statt, in dem Sie behandelt wurden. Klären Sie schon vor dem Ende der Therapie, wo sie stattfindet und wer dafür zuständig ist. Sie dürfen die Praxis auch während der Nachsorge wechseln.

Welche Nachsorgetermine gibt es in welchem Stadium?

Wie oft Sie kommen, richtet sich nach dem Stadium Ihres Melanoms bei der Diagnose. Das Stadium steht nach dem Ergebnis einer Hautbiopsie und weiteren Untersuchungen fest. Es ergibt sich aus der Dicke des Tumors, aus einem Geschwür an der Oberfläche und aus einem Befall der Lymphknoten.

Stadium IA sind dünne Melanome bis 1,0 mm ohne Lymphknotenbefall, auch mit Geschwür oder von 0,8 bis 1,0 mm, wenn der Wächterlymphknoten frei ist. Stadium IB sind Melanome von über 1,0 bis 2,0 mm ohne Geschwür. Wurde der Wächterlymphknoten bei 0,8 bis 1,0 mm nicht untersucht, zählt das Melanom zunächst als IB. Die Stadien IIA bis IIC beschreiben dickere Melanome ohne Lymphknotenbefall. IIC sind Tumoren über 4,0 mm mit Geschwür. Stadium III heißt: Tumorzellen haben sich in die Lymphknoten oder in die Haut in der Nähe abgesiedelt. Stadium IV heißt: Es gibt Fernmetastasen, also Tochtergeschwülste in anderen Organen. Fragen Sie, welches Stadium in Ihrem Befund steht.

Im Stadium IA kommen Sie in den ersten 3 Jahren alle 6 Monate, danach alle 12 Monate. Im Stadium IB bis IIB sind es in den ersten 3 Jahren alle 3 Monate. In Jahr 4 und 5 kommen Sie alle 6 Monate, danach alle 6 bis 12 Monate. Ab Stadium IIC bleiben es bis Jahr 5 alle 3 Monate, danach alle 6 Monate.

So oft untersucht die Ärztin Haut und Lymphknoten. Stadium IIC bis IV gilt für vollständig entfernte Tumoren.
StadiumJahr 1 bis 3Jahr 4 und 5Jahr 6 bis 10
IAalle 6 Monatealle 12 Monatealle 12 Monate
IB bis IIBalle 3 Monatealle 6 Monatealle 6 bis 12 Monate
IIC bis IValle 3 Monatealle 3 Monatealle 6 Monate

Dazu kommen je nach Stadium weitere Untersuchungen:

  • Stadium IA: keine weiteren Untersuchungen.
  • Stadium IB bis IIB: in den Jahren 1 bis 3 alle 3 Monate der Bluttest auf S100B, ein Eiweiß, das bei Melanomzellen erhöht sein kann. Dazu alle 6 Monate ein Ultraschall der Lymphknoten, aber nur, wenn eine Untersuchung des Wächterlymphknotens das Stadium gesichert hat. Ohne diese Untersuchung wird der Ultraschall so oft gemacht wie ab Stadium IIC, in den Jahren 1 bis 3 also alle 3 Monate.
  • Stadium IIC bis IV: in den Jahren 1 bis 3 alle 3 Monate Ultraschall und Bluttest, in den Jahren 4 und 5 alle 6 Monate. Dazu in den Jahren 1 bis 3 alle 6 Monate eine CT oder MRT.

Wer ein Melanom im Stadium IB hatte, geht in den ersten drei Jahren viermal im Jahr zur Untersuchung. Bei jedem Termin wird der Bluttest gemacht, bei jedem zweiten Termin kommt der Ultraschall der Lymphknoten hinzu. Im vierten und fünften Jahr sind es zwei Termine im Jahr ohne Ultraschall und Bluttest. Danach folgen ein bis zwei Termine im Jahr bis zum Ende des zehnten Jahres.

Was untersucht die Ärztin bei der Nachsorge?

Bei jedem Termin fragt die Ärztin nach Beschwerden und sieht Ihre ganze Haut an. Dann tastet sie die Narbe, die Strecke bis zu den nächsten Lymphknoten und die Lymphknoten selbst ab. Die Haut betrachtet sie mit dem Auge und mit einer beleuchteten Lupe.

Die körperliche Untersuchung ist in den Stadien I bis III das wirksamste Mittel, um Rückfälle früh zu finden. In einer Studie wurden 96 Prozent aller operierbaren Metastasen bei dieser Untersuchung entdeckt. Weitere Untersuchungen empfehlen die Fachärzte so:

  • Ultraschall der Lymphknoten in der Umgebung: ab Stadium IB.
  • Bluttest auf S100B: ab Stadium IB bei Menschen ohne Beschwerden.
  • CT oder MRT, also Schichtaufnahmen des Körpers: routinemäßig ab Stadium IIC.
  • Röntgenbild der Lunge: nicht routinemäßig.
  • Ultraschall des Bauchraums: bei Menschen ohne Beschwerden nicht routinemäßig.

Mit steigendem Stadium verschiebt sich, wer einen Rückfall bemerkt. Im Stadium IIB bis III entdeckten die Patienten selbst 17,8 Prozent der Rückfälle, die Ärzte bei der Untersuchung 24 Prozent und CT oder MRT 57 Prozent. Deshalb kommen diese Aufnahmen erst in den höheren Stadien dazu.

Zahlt die Kasse die Nachsorge nach einem Melanom?

Ja, die gesetzliche Krankenkasse zahlt die Nachsorge nach einem Melanom als Krankenbehandlung. Sie ist etwas anderes als die Hautkrebsvorsorge, die ab 35 nur alle zwei Jahre zusteht. Für Sie entstehen bei der Nachsorge über die Kasse keine Kosten.

Die Nachsorge findet je nach Stadium alle 3, 6 oder 12 Monate statt, die Vorsorge nur alle zwei Jahre. Am Übergang können deshalb Fragen zur Kostenübernahme entstehen, so der Krebsinformationsdienst. Klären Sie mit der Praxis, wann Ihre Nachsorge endet und die Vorsorge beginnt.

Zur Nachsorge kann eine Rehabilitation gehören. Die Fachärzte empfehlen, Melanompatienten über ihren Rechtsanspruch auf eine Reha zu informieren. Bei Funktionsstörungen oder schwerer Krankheitsverarbeitung soll der Antrag schon in der Erstbehandlung beginnen. Die Rentenversicherung bietet Leistungen zur Nachsorge nach einer Krebserkrankung an, auch für Rentner und Angehörige.

Bei einer Reha zahlen Erwachsene 10 Euro je Tag, ab 1. Januar 2027 15 Euro je Tag. Bei einer Anschlussreha ist die Zuzahlung begrenzt: auf 14 Tage bei der Rentenversicherung und auf 28 Tage im Kalenderjahr bei der Krankenkasse. Eine Anschlussreha beginnt direkt nach einem Krankenhausaufenthalt.

Zuzahlung zur Reha für Erwachsene je Tag, mit der Erhöhung zum 1. Januar 2027.
Art der RehaZuzahlung bis 31.12.2026Zuzahlung ab 1.1.2027Begrenzung
Reha der Rentenversicherung, auch Nachsorge nach Krebs10 Euro je Tag15 Euro je Tagkeine feste Begrenzung, Befreiung bei unzumutbarer Belastung möglich
Anschlussreha der Rentenversicherung10 Euro je Tag15 Euro je Taglängstens 14 Tage
Reha der Krankenkasse10 Euro je Tag15 Euro je Tagkeine feste Begrenzung
Anschlussreha der Krankenkasse10 Euro je Tag15 Euro je Taglängstens 28 Tage im Kalenderjahr

Wie kontrollieren Sie Ihre Haut zwischen den Nachsorgeterminen?

Untersuchen Sie Haut, Narbe und Lymphknoten zwischen den Terminen regelmäßig selbst. Die Fachärzte nennen die Selbstuntersuchung einen wesentlichen Teil der Nachsorge und empfehlen eine Anleitung in der Praxis. Warum das nötig ist, zeigt eine deutsche Studie: Patienten entdeckten nur 30 Prozent der Absiedlungen in der Nähe des Tumors selbst, obwohl 69 Prozent davon tastbar oder sichtbar waren. So gehen Sie vor:

  1. Lassen Sie sich die Selbstuntersuchung beim ersten Nachsorgetermin zeigen, auch wo Ihre Lymphknoten liegen, etwa in Achsel, Leiste oder am Hals.
  2. Betrachten Sie die gesamte Haut mit einem Spiegel oder mit einer vertrauten Person, auch Kopfhaut, Fußsohlen und Nägel.
  3. Tasten Sie die Narbe und die Haut zwischen Narbe und Lymphknoten nach neuen Knötchen ab.
  4. Tasten Sie die Lymphknotenregion auf Schwellungen ab.
  5. Fotografieren Sie auffällige Stellen mit Datum, damit Sie Veränderungen zeigen können.
  6. Warten Sie bei einem neuen Knoten oder einem veränderten Fleck nicht auf den nächsten Termin, sondern rufen Sie die Praxis an.

Schmerzen, anhaltende Erschöpfung, Gewichtsverlust, Übelkeit und Erbrechen, Atemnot und Kopfschmerzen sollten Sie zeitnah abklären lassen. Auch so kann sich eine Absiedlung zeigen.

Was ändert sich bei einem Melanom, das nicht heilbar ist?

Ist ein Melanom nicht mehr heilbar, gibt es keine Nachsorge im engeren Sinn, sondern Verlaufskontrollen. Ihr Ziel ist, Beschwerden der Krankheit und der Therapie zu lindern, ein Fortschreiten rechtzeitig zu erkennen und die Behandlung anzupassen. Wie oft sie stattfinden, legt das behandelnde Team je nach Ihrer Situation fest.

Für Menschen mit fortgeschrittenem Melanom sind zertifizierte Hautkrebszentren eine Anlaufstelle. Dort plant eine Tumorkonferenz aus Hautärzten, Krebsmedizinern, Chirurgen, Radiologen und Strahlentherapeuten die Behandlung. Zum 31. Dezember 2024 gab es in Deutschland 82 solche Standorte.

Die Fachärzte sehen bei Melanompatienten psychologische Unterstützung bei Krebs vor und stellen fest, dass es hier in Deutschland noch Handlungsbedarf gibt. Fragen Sie in der Praxis oder im Zentrum nach psychologischer Unterstützung und nach dem Sozialdienst.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Nachsorge nach einem Melanom?

Die Nachsorge nach einem Melanom dauert nach der Empfehlung der Fachärzte zehn Jahre, unabhängig vom Stadium. Danach empfehlen sie regelmäßige Selbstuntersuchungen und einmal im Jahr eine Untersuchung der ganzen Haut auf ein zweites Melanom. Die Dauer begründen sie damit, dass nur etwa 5 Prozent der Rückfälle nach mehr als zehn Jahren auftreten.

Wie oft finden nach einem Melanom im Stadium IA Nachsorgetermine statt?

Nach einem Melanom im Stadium IA sehen die Fachärzte in den ersten drei Jahren alle sechs Monate eine Untersuchung vor. Danach folgt einmal im Jahr eine Untersuchung bis zum zehnten Jahr. Ultraschall der Lymphknoten, Bluttest auf S100B und CT oder MRT gehören im Stadium IA nicht zur Nachsorge.

Welche Untersuchungen gehören ab Stadium IB zur Melanom-Nachsorge?

Ab Stadium IB gehören zur Melanom-Nachsorge in den ersten drei Jahren alle drei Monate eine Untersuchung der Haut und ein Bluttest auf S100B. Dazu kommt halbjährlich ein Ultraschall der Lymphknoten. Ab Stadium IIC empfehlen die Fachärzte zusätzlich in den ersten drei Jahren halbjährlich eine CT oder MRT.

Zahlt die Krankenkasse die Nachsorge nach einem Melanom?

Ja, die Krankenkasse zahlt die Nachsorge nach einem Melanom als Krankenbehandlung, ohne den Zwei-Jahres-Abstand der Hautkrebsvorsorge. Nach dem Ende der Nachsorge gilt wieder die Vorsorge ab 35 alle zwei Jahre. Den Übergang klären Sie am besten beim letzten Nachsorgetermin mit der Praxis.

Was kostet eine Reha nach einem Melanom?

Eine Reha nach einem Melanom kostet Erwachsene eine Zuzahlung von 10 Euro je Tag, ab 1. Januar 2027 von 15 Euro je Tag. Bei einer Anschlussreha der Rentenversicherung ist die Zuzahlung auf 14 Tage begrenzt, bei der Krankenkasse auf 28 Tage im Kalenderjahr. Die Rentenversicherung kann bei unzumutbarer Belastung von der Zuzahlung absehen.

Was soll ich nach einem Melanom zwischen den Nachsorgeterminen selbst tun?

Nach einem Melanom sollten Sie zwischen den Nachsorgeterminen Ihre Haut, die Narbe und die Lymphknotenregion regelmäßig selbst untersuchen. Lassen Sie sich die Selbstuntersuchung in der Praxis zeigen. Bei einem neuen Knoten, einem veränderten Fleck oder anhaltenden Beschwerden warten Sie nicht auf den nächsten Termin.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. § 27 SGB V Krankenbehandlung, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  2. § 40 SGB V Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, Absätze 5 und 6 Zuzahlung, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  3. § 31 SGB VI Sonstige Leistungen, Absatz 1 Nummer 2 onkologische Nachsorge, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  4. § 32 SGB VI Zuzahlung bei Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und bei sonstigen Leistungen, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  5. Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung vom 24. Juli 2026, BGBl. 2026 I Nr. 228, Artikel 1 Nummer 23 (§ 61 SGB V) und Artikel 8 Absatz 2, Bundesgesetzblatt, recht.bund.de,
  6. Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM), Stand 1. Quartal 2026, Gebührenordnungsposition 10345, Kassenärztliche Bundesvereinigung,
  7. S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms, Langversion 3.3, Juli 2020, Kapitel 8 Nachsorge und 9 Rehabilitation, Tabelle 12 Stadieneinteilung, Leitlinienprogramm Onkologie (AWMF, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe),
  8. S3-Leitlinie Melanom: Registereintrag 032-024OL, Überarbeitung angemeldet, geplante Fertigstellung 31. Dezember 2026, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF),
  9. S3-Leitlinie Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut, AWMF 032-022OL, Version 2.0, Kapitel 11.1 Hauttumorzentren, Leitlinienprogramm Onkologie (AWMF, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe), Deutsche Dermatologische Gesellschaft,
  10. Nachsorge und Reha bei Hautkrebs: So geht es nach der Behandlung weiter, Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum,
  11. Jahresbericht der zertifizierten Hautkrebszentren 2025, Auditjahr 2024, Kennzahlenjahr 2023, OnkoZert im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft,

Wo künstliche Intelligenz zum Einsatz kam

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Diese Angaben haben den Stand vom 27. September 2026.